Qualitätsoffensive der Regionalgruppe Sachsen-Thüringen der Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e.V.

Heimleiter visitieren Heimleiter

Mit Inkrafttreten des Pflegeversicherungsgesetzes häufen sich seit 1996 die Regelungen, Vorschriften und gesetzlichen Vorgaben zur Erfüllung des § 80 SGB XI.
Sozialer Betreuung, die keine Wünsche offen lässt

Die darin avisierten Grundsätze zur Qualitätssicherung und das MDK Konzept zur Überprüfung der Qualität schreiben die grundlegenden Parameter zur Entwicklung und den Inhalten eines Qualitätsmanagementsystems für stationäre Altenpflegeeinrichtungen vor. Weitere Präzisierungen gab es im PQSG.

Entwürfe von LQV liegen vor. Doch leider scheut man sich davor, die LQV in Form von klar definierten LQN zu überprüfen. Damit ist

dem Grundsatz Mehr Schein als Sein Tür und Tor geöffnet.

Das Resultat davon ist, dass die Kostensätze sachsenweit in einem bestimmten Level liegen, unabhängig davon, welche Leistungen in welchem Umfang angeboten werden.
Somit haben wir in der sächsischen Pflegelandschaft ein Gefälle, das von Satt, Sauber, Trocken und drei bunten Veranstaltungen im Jahr bis hin zu einer Pflege mit fachlichem Schwerpunkt, Tagesstrukturierung nach neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und sozialer Betreuung, die keine Wünsche offen lässt.

Wohlgemerkt, es geht den Initiatoren nicht um architektonische Voraussetzungen, sondern um die Philosophie, mit der ein Baukörper zum Leben erweckt wird.

Bedingt durch das Udsching Urteil aus dem Jahr 2000 haben die Leistungserbringer mit der Vergleichbarkeit von Einrichtungen zu leben.

Leider spielt der regionale Bezug dabei eine deutlich größere Rolle, als die Vergleichbarkeit von Leistungen. Oftmals haben betroffene Leistungserbringer in den Pflegesatzverhandlungen berechtigt den Eindruck, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Insider wissen aber, dass die Spanne von den Einzelheiten des Pflegekonzeptes bis hin zur prospektiven Weiterbildungskonzeption reicht. Und dabei geht es nicht um die x-te Weiterbildung zur Dekubitusprophylaxe oder Wundversorgung, sondern um Fallbesprechungen, Gesprächsführung, Milieutherapie, Supervisionen etc. Es geht aber auch um soziale Angebote für unsere Heimbewohner.

Ist das schon Luxus?
Einrichtungen, die all das umfassend anbieten, haben erheblich höhere Ausgaben, die sie in den entsprechenden Verhandlungen auch geltend machen wollen.
Voller Stolz und überzeugt präsentieren sie es, wohl wissend, dass die regionalen Nachbarn deutlich weniger zu bieten haben.
Aber was ernten sie?

"Das ist doch schon Luxus!"
"Das geht über das Maß des Notwendigen hinaus!"
"Muss das sein?"

Der Gesetzgeber verlangt von uns eine ganzheitliche Pflege im Bereich des Notwendigen. Allerdings drängt sich die Frage auf, wer für wen das Maß des Notwendigen definiert.
Ist es wirklich die Not des Einzelnen?

Die Erfahrungen der letzten Monate lassen eher den Schluss "Monethik vor Ethik" zu.

Monethik vor Ethik???

Doch wie bereits in der Einladung zur 1. Rochlitzer Arbeitstagung formuliert wurde:
"Schreien löscht das Feuer nicht." Auch auf dem "2. Brandiser Alzheimer Tag" im November 2003 wurde auf die Notwendigkeit der Schaffung von Qualitätsparametern bei Demenzpflege hingewiesen.
Ende des Jahres 2003 gab es in einer Sitzung der Regionalgruppe Sachsen Thüringen der DED die Idee zu oben benannter Qualitätsoffensive.

Acht Einrichtungen aller Trägergruppen (Private, Kommunale, Wohlfahrtsverbände) überprüfen sich gegenseitig. Die Überprüfung erfolgt auf der Grundlage der "Gemeinsamen Grundsätze zur Qualitätssicherung" und dem "MDK - Konzept".
Dazu wurde eigens ein eigener Fragebogen entwickelt, der mit einem Punktesystem untersetzt ist, so dass eine exakte Punktauswertung erfolgen kann. Die Überprüfungen werden hauptverantwortlich von einer Person durchgeführt, so dass eine einheitliche Auswertung möglich ist. An der Qualitätsüberprüfung nehmen von der jeweiligen Einrichtung die Geschäftsführung / Heimleitung, Pflegedienstleitung, sowie die Wohnbereichsleitungen teil. Parallel dazu wird eine weitere externe Kollegin / Kollege hinzugezogen.

Erklärter Schwerpunkt der Überprüfung ist das Herausarbeiten der Unterschiede, die beim Vergleich von Einrichtungen eine entscheidende Rolle spielen.
Dies sind u.a.:

  1. Aufbau, Durchführung und fachliche Begleitung des pflegefachlichen Schwerpunktes.
  2. Art, Dauer, Häufigkeit und fachliche Begleitung sozialer Leistungen.
  3. Art, Aufbau, Durchführung und fachliche Begleitung der Weiterbildungskonzeption.
  4. Aufbau des Qualitätsmanagementsystems unter besonderer Beachtung, ob es als Arbeitsgrundlage für die Mitarbeiter der Einrichtung geschaffen wurde, oder als Sicherheitsordner in der Schrankwand für eine eventuelle Überprüfung.
  1. Die Ergebnisse der freiwilligen Qualitätsüberprüfungen werden Thema der diesjährigen "Rochlitzer Arbeitstagung" sein, welche am Mittwoch, den 09. Juni stattfinden wird.
    Die Organisatoren bemühen sich, Vertreter der Kostenträger und der Politik zum Thema "Wie viel ist denn notwendig?", "Ausreichend aus Sicht der Kostenträger" und "Die Einrichtung, in der ich mich pflegen lassen würde" als Referenten zu gewinnen.

Weiterhin sollen die Ergebnisse auch zur DED - Fachtagung am 07. und 08. Oktober 2004 in Düsseldorf präsentiert werden.

Kontakte:

  1. Knut Bräunlich
    (03737) 7850
    braeunlich@altenheim-rochlitz.de
  2. Hans-Werner Bärsch
    (034292) 41730
    info@altenpflegeheim-brandis.de

Termine:

Termin

Ort

Prüfer

Mittwoch,
11.02.2004

Pflegeheim Glauchau
"Bürgerwiese"

Herr Bräunlich, Herr Bärsch

Donnerstag,
11.03.2004

Pflegeheim Leipzig
"Matthias Claudius"

Herr Bräunlich, Frau Löchel

Dienstag,
23.03.2004

Pflegeheim Frankenberg
"Am Rittergut"

Herr Bräunlich, Frau Fiebig

Donnerstag,
22.04.2004

SAS Geithain

Herr Bräunlich, Frau Schulze, Herr Oehler

Dienstag,
27.04.2004

Pflegeheim Gera
"Franz Lenzner"

Herr Bräunlich, Frau Denecke, Frau Pommer

Donnerstag,
06.05.2004

Pflegeheim Brandis

Herr Bräunlich, Frau Schüler

Dienstag,
11.05.2004

Pflegeheim Glauchau
"Am Lehngrund"

Herr Bräunlich, Frau Zeuner

Donnerstag,
13.05.2004

Pflegeheim Rochlitz

Auswertungsveranstaltung und Vorbereitung, Tagung

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