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1. Einleitung

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In der Literatur und der Öffentlichkeit wird die Notwendigkeit neuer
Wege in der Begleitung von Menschen mit Demenz/Alzheimer immer mehr
und ausdrücklicher erörtert und gefordert.
Grundlage dafür ist die enorme Zunahme der Zahl von Menschen
mit Demenz und die ungenügenden Voraussetzungen dafür in
den ca. 600.000 Heimplätzen in Deutschland. |
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Die vom Gesetzgeber (Pflegeversicherung) gewünschte ambulante Pflege
und Betreuung zu Hause erreicht Belastungs- und Leistungsgrenzen.
Das trifft auch für die anschließende stationäre Pflege/Betreuung
zu. Die Angehörigen, die Heime und auch teilweise das Pflegepersonal
der Heime sind ungenügend auf die Belange und Bedürfnisse
der Demenzkranken vorbereitet und eingestellt. |
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In der Öffentlichkeit stehen Heime in der Kritik zu unrecht,
denn die große Mehrheit der Heime pflegt und betreut engagiert
und sucht nach neuen Wegen, um der veränderten Bewohnerstruktur
(Zunahme des Alters, der Demenzkranken, des Pflege- und Betreuungsaufwandes)
gerecht zu werden. Dabei hat sich die Versorgung Demenzkranker in
kleinen Wohngruppen/Hausgemeinschaften als Trend für die Zukunft
der Altenhilfe als Modell für eine humane Pflege heraus
kristallisiert. |

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Die Altenheimgesellschaft Brandis hat aus den Erfahrungen/Betreibung eines
72-Betten-Hauses Ende des Jahres 1999 erkannt, dass für Pflegebedürftige
mit einem fortschreitendem Verlust an Gedächtnisleistungen/Kognitivfunktionen
ein extra Konzept zur Sicherstellung der Pflege- und Betreuungsleistungen
erforderlich ist. |

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Deshalb wurde ein umfassendes Konzept Familienorientierte Wohnbereichspflege
erarbeitet und mit der Eröffnung eines eigenen Hauses für
30 Bewohner auf 3 Etagen je 10 Bewohner im November 2001 umgesetzt.
Für die kleine Gruppe von 10 Bewohnern besteht ein beständiges
Lebensumfeld mit Bezugspersonen und Bezugspflege. Die vielfältigen
Beschäftigungsangebote sind als Anlage aufgeführt. |
2. Ganzheitliche Pflege und Betreuung

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Basis sind die Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit
Dokumentation zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger
BMG (Bundesministerium für Gesundheit) Modellprojekte
Hausgemeinschaften die 4. Generation des Altenpflegeheimbaus:
Obwohl das Wohnen im Vordergrund steht, handelt es sich bei
Hausgemeinschaften in erster Linie um |
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zugelassene
vollstationäre und pflegesatzfinanzierte Einrichtungen. In diesen
Heimen orientieren sich alle Aktivitäten im Versorgungs-, Betreuungs-
und Pflegebereich an der spezifischen Lebenswelt und an der individuellen
Biografie sowie an der aktuellen Situation jedes einzelnen Bewohners.
So bietet eine Hausgemeinschaft im Gegensatz zu einer traditionellen
Pflegeeinrichtung seinen Bewohnerinnen und Bewohnern ein hohes Maß
an Wohn- und Lebensqualität. Sie räumt den pflegebedürftigen
älteren Menschen ausdrücklich auch bei intensiver
Pflegebedürftigkeit, auch bei schwerer Demenzerkrankung
eine möglichst große Selbständigkeit und Mitbestimmungsmöglichkeit
ein.
In dieser Definition ist eigentlich alles festgeschrieben.
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- Aus nun bald zweijährigen Betrieb können wir die erfolgreiche Umsetzung
des Konzeptes feststellen.
Von der eigenen, besonderen stationären Dementenbetreuung wurden
die Erfahrungen aus pflegerischer, betreuerischer, allgemein ärztlicher
und neuro-logischer Sicht sowie aus Sicht der sozialen Dienstleitungen
und Heimleitung zur Leipziger
Pflegemesse im September 2003 dargestellt.
- Im Ergebnis wird festgestellt, dass sich das Wohlbefinden der Heimbewohner nach
dem Einzug sichtbar verbessert hat, die öffentlich geforderte Lebensqualität
für Demenzkranke vorhanden ist.
Die kleingliedrige Wohngruppe als familienorientierte Wohnbereichspflege
wirkt sich positiv auf an Demenz erkrankte Bewohner aus:
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- Abnahme von Unruhe, Reizbarkeit, Aggressivität und Weglauftendenzen
- Verbesserung der Gedächtnisleistung
- positive Veränderung des sozialen Verhaltens, Teilnahme am Umweltgeschehen
äußern von Gefühlen und Stimmungen, knüpfen von Kontakten
- Psychopharmaka werden weniger
- sie können wieder ihre Gefühle äußern,
- es überwiegt eine friedvolle Stimmungslage,
- sie fühlen sich in der neuen Familiengemeinschaft geborgen
- praktisch eine Wohngemeinschaft (WG) für alte Leute
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- Festgestellt wurde aber auch, dass intensivere hauswirtschaftliche Tätigkeiten
z.B. das Zubereiten der Mittagsmahlzeit, Wäsche waschen u. ä.
nicht in den geplanten bzw. gewünschten Maß von den Bewohnern
übernommen werden können. Diese Art der Tätigkeiten überfordern
die Bewohner, hauptsächlich begründet durch die Zunahme der
Pflegebedürftigkeit und die neben der Demenz zusätzlich bestehenden
Erkrankungen. Das alltägliche Leben findet nicht um den Herd in
der Küche, sondern um den großen Tisch statt.
- Die Bedürfnisse der Demenzkranken nach Zuwendung / Betreuung sind wie auf der Richter
Skala nach oben offen oder umgekehrt, ein Fass ohne Boden.
Was ist nun das Maß des Notwendigen?
Fakt ist: Der sächsische Personalschlüssel von 1 : 3,08 reicht
dafür nicht aus. Aus unseren Erfahrungen ergibt sich pro Bewohner
ein Mehraufwand von 42 Min. am Tag somit ein Schlüssel von
1 : 2,4.
3. Schlussfolgerungen
Es ergeben sich zur breiten Umsetzung für das Leben in der Hausgemeinschaft
als besondere Form der Demenzpflege und betreuung Forderungen
an die betreffen- den Bundesministerien, an die Staatsregierung des
Freistaates Sachsen, an den Landespflegeausschuss, die Pflegekassen,
die Wissenschaft, die Angehörigen und natürlich an die Heime selbst. |
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- In der Pflegeversicherung ist der Begriff Pflege unzureichend definiert.
Veränderung des Begriffs der Pflegebedürftigkeit, Modifizierung
des Pflegestufen-Systems und Einbeziehung der Folgen von Demenz, d.h.,
Ergänzung des § 14 im SGB XI um allgemeine Hilfe- und Betreuungsleistungen.
- Erweiterung des Leistungsumfangs der Pflegeversicherung, insbesondere soziale Betreuung,
Prävention und Rehabilitation
- Beseitigung finanzpolitischer Verschiebebahnhöfe z.B. Hin und Her zwischen
Pflege- und Krankenkasse.
- Mit der Anwendung der Leistungs- und Qualitätsvereinbarungen (LQV) ab 01.01.2004
bestehen Gestaltungselemente, einrichtungsbezogene Lösungen für
die besondere soziale Betreuung und Aufwendungen der Demenzkranken mit
den Pflegekassen zu vereinbaren. Dabei müssen die Landeswohlfahrtsverbände
mitziehen, nicht einfach aufgrund von leeren Kassen der Kommunen blockieren
denn letztlich ist die alltägliche Arbeit mit den Dementen
echte Sozialarbeit, eine Erfüllung der sozialen Verpflichtung der
Sozialämter zur Gewährleistung ihrer verfassungsgemäßen
gesetzlichen Aufgaben.
- Einführung eines Personalbemessungssystems zur Gewährleistung der spezifischen
Anforderungsprofile (pflegefachliche Schwerpunkte, besonderer sozialer
Betreuungsbedarf incl. Begleitung und Beaufsichtigung kurz Wartung
und Pflege).
- Entwicklung eines Qualitätssicherungs- und Qualitätsprüfungssystems
für die besondere Dementenbetreuung
- Die Empfehlung des Landespflegeausschusses des Freistaates Sachsen vom 05. März
2002 zur vollstationären gerontopsychiatrischen Pflege und Betreuung
muss dringend überarbeitet werden.
- Der begonnene Weg zur besseren stationären Versorgung dementer Pflegebedürftiger
in Form einer ersten Gesprächsrunde im Mai 2003 zwischen Vertretern
sächsischer Pflegeeinrichtungen und der AOK Sachsen ist fortzuführen.
Folgende Kriterien wurden herausgearbeitet:
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- Klärung von Umfang und Inhalt von sozialer Betreuung
- Definition von Pflege und Betreuung nach dem neuesten Stand der Pflegewissenschaften
- Wie ermittelt man das Maß notwendiger Pflege?
- Qualitätskriterien für eine dementengerechte Versorgungsform
- Qualifizierung der Anforderungen für das Personal
- Anwendung von Assessmentsverfahren zur Feststellung der Demenz
- Welche Versorgungsform ist zu bevorzugen?
Integration oder Segregation Kriterien dafür
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Beschäftigungsangebote für familienorientierte Wohnbereichspflege

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Gemeinsames Singen auf den Etagen und im Heimchor |
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Zeitungsschauen
als Bezug zur Außenwelt - am aktuellen Lebenteilnehmen.
Die Zeitung kann auch ruhig verkehrt herum gehalten werden. |
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Bewegungsübungen in Form von Sitztänzen Ballspiele (auch am Tisch) |
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Laufübungen Spaziergänge |
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Gedächtnistraining in der Gruppe, aber auch einzeln - Hier sollen die kognitiven Fähigkeiten
so lange, wie möglich erhalten werden. |
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gemeinsame Spiele machen, vorlesen, Komplimente machen, Videos anschauen
ganz wichtig ist: Viel lachen (Humor) und auch Berührungen zulassen,
Perspektiven aufzeigen, Hoffnung machen dies alles in der großen
Runde vertrauter Menschen. |
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Sinne aktivieren bzw. verlorene zu wecken z.B. im Pflegebad, welches zum
Snuezlebad umfunktioniert wurde. Es ist jetzt ein Wohlfühlbad
eine Oase der Entspannung, denn im Whirlpool genießen
unsere Heimbewohner ihr Bad, umgeben von Düften, optischen und
akustischen Reizen (Lichteffekte, Farbgebung, Musik) |
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10-Minuten-Aktivierung für Bewohner mit kurzer Konzentration
Das sind Angebote aus dem täglichen Leben heraus z. B. umgestaltete
Schuhkartons enthalten praktische Sachen des Alltag (Nähzeug,
Gewürze, Taschentücher, Wäscheleine, Klammern)
Aus dem Karton wird ein gebräuchlicher Gegenstand herausgenommen
und im Gespräch erinnern sich die Bewohner an den früheren
Umgang mit diesem Gegenstand.
In der Vergangenheit wird also gekramt, die Vergangenheit wird zur
Gegenwart |
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und sie werden aus ihrer Lethargie geholt. Die Stimmung ist dadurch aufgeweckt
und die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben, weil sie mitreden
können. |

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Einfach gemütlich Beisammensein mit der Bezugsperson am großen Tisch |
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Nur reden bei einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Bier oder Wein |
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